Unsere Comenius-Projektidee
Mucho más de 800 kilométros: Faszination Jakobsweg

Der Jakobsweg fasziniert und inspiriert gerade junge
Menschen mehr denn je. Dabei ist er viel mehr als „nur“ eine Wegstrecke:
spiritueller, kultureller und sozialer Wegweiser, Handelsweg und vieles mehr. Aber welche Wege sind für unsere Schüler bedeutend und
bedeutsam? Unser Ziel ist, dass unsere Schüler den Reichtum dieser „mehr“ als
800 Kilometer entdecken und mit kritischem Geist hinterfragen.
Wir möchten gemeinsam neue Perspektiven eröffnen, deshalb
ist unser Ansatz multikulturell (Deutsch, Spanisch, Französisch) und
interdisziplinär (Sprachen, Literatur, Geschichte, Wirtschaft, Religion, Musik,
Latein, Informationstechnologie).
Inhaltlich gliedern wir das Thema „Jakobsweg“ in drei
Komplexe:
- Religiöser, wirtschaftlicher und touristischer Aspekt: Wie
wichtig ist Spiritualität für die heutige Jugend? Wie kann der Jakobsweg das
Bedürfnis nach Spiritualität befriedigen? Wie wurden Handelswege durch den
Jakobsweg beeinflusst? Wie muss der Jakobsweg heute gesehen werden: touristisches
Massengeschäft oder spirituelle Erfahrung? etc.
- Musischer und literarischer Aspekt: Was ist das kulturelle
Erbe des Jakobswegs? etc.
- Geschichtlicher Aspekt: Inwiefern beeinflusste der
Jakobsweg die europäische Geschichte? Was trug der Jakobsweg zur
Völkerverständigung bei? etc.
Zu den drei Komplexen, betreut und koordiniert von jeweils
einer Schule, werden Projektaufträge an die beteiligten Schulen verteilt.
Erfahrungen und Projektergebnisse werden untereinander mittels entsprechender
Informations- und Kommunikationstechnologie (Facebook, Google Mail, von den
Schülern aufgebaute und betreute Website) und bei persönlichen Treffen
ausgetauscht. Präsentationen im Unterricht, Artikel in den jeweiligen
Schülerzeitungen oder gemeinsam organisierte Ausstellungen bei Besuchen
dokumentieren die Projekte. Dabei ist es Ziel, externe Partner mit
einzubeziehen, z. B. die Presse oder die „Tourist information“.

Wir sind überzeugt, dass wir unseren Schülern durch das Projekt „Jakobsweg“ wichtige
Projektkompetenzen und Lebenserfahrung mit auf
den persönlichen Weg geben können. Ein solches Projekt ist für die
Schüler eine großartige Möglichkeit, multikulturelle Kompetenz zu erwerben,
europäische Geschichte zu verstehen, Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen,
Schüler anderer Länder sowie andere Schulsysteme näher kennenzulernen. Da
viele unserer Schüler einen Migrationshintergrund haben, ist die Einbeziehung
der Schüler in den europäischen Integrationsprozess auch ein Stück persönliche
Integration, ein Stück Heimatwerdung.
Entstanden ist die Idee einer
multinationalen Partnerschaft allerdings viel profaner: in den letzten Jahren
boten wir Studienfahrten nach Santiago de Compostela an, die von den Schülern
sehr begeistert aufgenommen wurden. Schließlich wurde seitens unserer Schüler
der Wunsch geäußert, die Studienfahrt zu „intensivieren“, das Thema zu
vertiefen und ein Austauschprogramm aufzubauen.
Selbstverständlich erwarten wir nicht nur für die Schüler
und die eingebundenen lokalen Institutionen einen Benefit, im besonderen Maße
profitieren ebenfalls die Lehrer (Anregung und Inspiration, Sprachkompetenz,
Vertiefung der Teamfähigkeit und interdisziplinäre Kompetenz), die Schule und
nicht zuletzt – wenn es auch pathetisch klingen mag – die „Idee“ Europa.
Übrigens: alle drei beteiligten Städte - Freiburg, La
Coruna, Terrasson - liegen auf dem Jakobsweg; auch das ist uns eine Motivation.